Modernisierung Schulzentrum Coesfeld
Schulzentrum Coesfeld

Bauherr Stadt Coesfeld
assmann Projektsteuerung
Architektur SSP AG
Bild Detlef Podehl

Die Stadt Coesfeld modernisiert das Schulzentrum an der Holtwicker Straße grundlegend. Im Mittelpunkt steht die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude aus den 1970er Jahren. Ergänzt wird der Bestand durch ein neues Schulhaus für die Theodor Heuss Realschule sowie einen eigenständigen Mensaneubau. Prägende Materialien und Bauelemente sollen, soweit mit dem Denkmalschutz vereinbar, erhalten bleiben. Ein festgelegter Referenzraum dokumentiert zudem den ursprünglichen Zustand. Die neue Gebäudehülle orientiert sich gestalterisch am Bestand und erfüllt gleichzeitig moderne energetische Anforderungen.

Das Schulzentrum wird sowohl von der Theodor Heuss Realschule als auch vom Gymnasium Nepomucenum genutzt. Insgesamt umfasst der Komplex rund 32.800 m² Bruttogrundfläche. Nach mehr als fünf Jahrzehnten intensiver Nutzung besteht erheblicher Modernisierungsbedarf. Ziel der Stadt ist es daher, die gesamte Anlage pädagogisch wie funktional an die Anforderungen zeitgemäßer Ganztagsschulen anzupassen.

Bereits in einer frühen Konzeptphase entwickelten beide Schulen gemeinsam mit einem Beraterteam zentrale Leitlinien und räumliche Bedürfnisse. Ein Testentwurf bestätigte, dass sich die neuen pädagogischen Konzepte innerhalb der bestehenden Gebäudestruktur realisieren lassen, ohne zusätzliche Baukörper. Daraus entstand ein Raumprogramm, das später die Grundlage der Entwurfs und Ausführungsplanung bildete. Auf dieser Basis entschied die Stadt, das bestehende Realschulgebäude zu erhalten und den zusätzlichen Raumbedarf durch einen separaten Neubau zu decken.

Da sämtliche 1977 errichteten Bauteile sowie die Schulhofflächen seit 2016 unter Denkmalschutz stehen, erfolgte die Planung in enger Abstimmung mit der Bau- und Gartendenkmalpflege. Maßnahmen zur Barrierefreiheit werden dort umgesetzt, wo sie sich mit den denkmalpflegerischen Anforderungen vereinbaren lassen. Die zentrale Schulstraße bleibt als durchgehende Erschließungsachse prägend; die neue Mensa erhält ihren Zugang über einen Seitenflur. Vorgesehen sind zudem Photovoltaikanlagen (sowohl auf den Neubauten als auch auf geeignet eingestuften Bestandsdächern).

Die Baugenehmigung für das Gesamtkonzept liegt seit dem 19. April 2023 vor. Das neue Schulhaus für die Jahrgänge 5 und 6 ging bereits zum Schuljahr 2023/24 in Betrieb, die Mensa folgte nach den Herbstferien 2023. Über eine städtische Buchungsplattform steht sie künftig auch für kulturelle Veranstaltungen und Vereinsnutzungen zur Verfügung. Im Sommer 2023 wurden große Teile der denkmalgeschützten Bestandsgebäude geräumt; im Herbst begannen Abbruch- und Rückbauarbeiten, die bis März 2024 andauerten. Parallel startete die Fassadensanierung: Die Betonflächen erhielten eine gründliche Reinigung und eine eigens entwickelte Lasur, farbige Gestaltungselemente werden restauratorisch rekonstruiert.

Ein erster Teil der 1977 errichteten Gebäude ist bereits modernisiert und seit Beginn des letzten Schuljahres (August 2025) bzw. dem letzten Jahreswechsel (Januar 2026) wieder in Betrieb. Aktuell ist die Gesamtfertigstellung aller Bauteile für April 2027 vorgesehen.

Die Projektsteuerung des Gesamtvorhabens übernimmt die assmann gruppe.