Die Kunst des Stadionbaus. Mehr als nur ein Spielfeld.

Zwischen Architektur, präziser Projektsteuerung und Emotion: Wenn am 11. Juni 2026 im legendären Aztekenstadion das WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika angepfiffen wird, rücken die großen Fußballarenen der Welt ins Rampenlicht. Milliarden Menschen rund um den Globus sind dabei, wenn sich in ihnen Jubel und Enttäuschung abwechseln und große Momente für die Ewigkeit entstehen. Stadien sind Identifikationsorte, emotionale Heimat und architektonische Wahrzeichen zugleich. Für Fans ist „ihr“ Stadion Teil der eigenen Geschichte: ein Ort voller Erinnerungen, Rituale und Emotionen.
Über die Autoren

Dirk Schaust ist Dipl.-Ing. Architekt, ausgebildet an der TU Dortmund. Seit 1998 plant er bei der assmann gruppe anspruchsvolle Bauprojekte. Dabei erfolgt die Arbeit konsequent digital mit CAD, 3D, BIM und Rendering. Seine Handschrift zeigen Stadien wie Tivoli Aachen, Millerntor, Audi Sportpark und die BRITA Arena.

Carolin Jakobi, M.Sc., ist zertifizierte Projektsteuerin (DVP). Nach ihrem Architekturstudium an der Leibniz Universität Hannover und dem Master in Bauprozessmanagement und Immobilienwirtschaft an der TU Dortmund ist sie seit 2014 im Projektmanagement der assmann gruppe in Dortmund tätig.

Andreas Schulte, M.Sc., hat den Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Bauingenieurwesen an der RTWH Aachen abgeschlossen. Seit 2018 arbeitet er im Leistungsbereich Projektmanagement der assmann gruppe am Standort Münster.

Qualitätsstadionbau bedeutet heute weit mehr als die Planung von Tribünen und Spielflächen. Gefragt sind hochkomplexe Bauwerke, die Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit mit Komfort, Sicherheit und Funktionalität verbinden. Zugleich müssen sie die besondere Spielatmosphäre bewahren: eine Stadionarchitektur, die das Spielfeld eng umschließt und jene verdichtete Intensität erzeugt, die den Fußball so einzigartig macht.

Verzahnte Inhouse-Lösungen
Genau hier liegt die besondere Stärke der assmann gruppe. Sie vereint sämtliche für den Stadionbau relevanten Kompetenzen unter einem Dach: von Architektur und Planung über die Ausführungsplanung bis hin zur Projektsteuerung und Objektüberwachung. Der enge interdisziplinäre Austausch zwischen den Fachbereichen, kurze Kommunikationswege und jahrzehntelang gewachsenes Expertenwissen ermöglichen ganzheitliche Lösungen, effiziente Prozesse und eine optimale Steuerung selbst hochkomplexer Stadionprojekte. Die enge Verzahnung von Planung und Projektsteuerung schafft dabei entscheidende Vorteile für Bauherren – von der ersten Konzeptidee bis zur erfolgreichen Realisierung.

Balance halten 
Fußballstadien besitzen eine große öffentliche Strahlkraft. Zunehmend prägen sie als architektonische Wahrzeichen das Stadtbild und beeinflussen Infrastruktur und Umfeld erheblich. Sie stiften Identität, unterliegen jedoch engen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Investitionen – häufig kommunal finanziert – stehen unter besonderer öffentlicher Kontrolle. 

Die Herausforderung besteht darin, ein prägnantes, funktionales und architektonisch eigenständiges Stadion zu entwickeln, das Wiedererkennungswert schafft, ohne den definierten Kostenrahmen zu überschreiten. Genau dieser Balance zwischen gestalterischem Anspruch und wirtschaftlicher Machbarkeit widmet sich das assmann-Team seit vielen Jahren mit hoher fachlicher Präzision.

Referenzen mit Strahlkraft
Die Referenzliste der assmann gruppe umfasst einige der bekanntesten und anspruchsvollsten Stadionprojekte Deutschlands. Dazu zählen unter anderem der ista-Borussia-Park in Mönchengladbach, die Arena auf Schalke, das Millerntor-Stadion in Hamburg, das Lohrheidestadion in Bochum, die Bremer Brücke in Osnabrück sowie der Audi Sportpark in Ingolstadt. Die Projekte zeigen die gesamte Bandbreite der Expertise – von Architektur und Planung über die Ausführungsplanung bis hin zur Projektsteuerung komplexer Stadionbauten. Aber der Reihe nach. 



ARCHITEKTUR: Hinter jeder erfolgreichen Sportstätte steht zunächst eine überzeugende Idee. Werfen wir daher zunächst einen Blick auf ausgewählte Planungsprojekte der assmann gruppe. 

MSV Duisburg: Stadion mit Augenmaß
Das alte Wedaustadion in Duisburg konnte den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen und musste ersetzt werde.  Man entschied sich für einen Neubau am gleichen Standort und für eine Umsetzung bei laufendem Spielbetrieb. Gesucht war eine angemessene Spielstätte für den MSV Duisburg. Eine, die sich schon bei 12.000 Zuschauern rechnet und unabhängig von der Ligazugehörigkeit funktioniert.

Die Architekten der assmann gruppe begleiteten diesen Weg von Beginn an. Das Leistungsbild umfasste die Objektplanung und die Tragwerksplanung in den Leistungsphasen 2 bis 4, dazu Wärmeschutznachweis und SiGeKo. Der Vorteil lag auf der Hand: Planung und Koordination kamen aus einer Hand. Entwurf, Konstruktion und spätere Nutzung wurden früh zusammen gedacht und präzise aufeinander abgestimmt.

Gebaut wurde zwischen Oktober 2003 und Januar 2005. Eine exakte Abstimmung aller Abläufe in der Planung, der Sicherheit und den Terminen griff ineinander. Dass das Projekt mit 65,45 Millionen Euro im Kostenrahmen blieb und heute rund 31.000 Plätze bietet, zeigt den Erfolg dieses Ansatzes.

In der Nutzung und Anmutung setzt die Arena auf Offenheit und Klarheit. Es wurde wirtschaftlich gedacht und das Gebäude auf Langlebigkeit und Flexibilität ausgelegt. Der Fußball steht im Mittelpunkt, doch auch Großveranstaltungen sind fest eingeplant. Kurze Wege, kompakte Ränge sorgen für eine klare Struktur, einen reibungslosen Betrieb und eine dichte Atmosphäre. Dieses Konzept setzt sich mit der Integration der Presseplätze und diversen barrierefreien Angeboten konsequent fort, sodass auch außerhalb von Spieltagen Veranstaltungen möglich sind.

40 Meter hohe abgespannte blaue Pylone tragen das gesamte Dach und prägen die Silhouette der Arena. Stahl, Beton und Glas greifen gekonnt ineinander. Besonders prägnant ist die transparente Fassade: 120 Meter breit, 11 Meter hoch. Sie öffnet das viergeschossige Foyer und beherbergt den Gastronomiebereich mit dem Businessclub und den Logen.

2005 ging die Arena termingerecht und kostengerecht in Betrieb. Sie zeigt, dass eine gute Architektur nicht im Spektakel liegt, sondern das Zusammenspiel von guten Ideen, klarer Funktion und intelligenter Konstruktion ist.

Millerntor: Atmosphäre ist planbar
Neben allen technischen und wirtschaftlichen Faktoren bleibt die emotionale Wirkung eines Stadions entscheidend. Architektur im Stadionbau bedeutet immer auch Identifikation der Fans mit „ihrem Zuhause“. Besonders deutlich wird dieser Anspruch am Millerntor-Stadion des FC St. Pauli. Bei der Sanierung der Nord-Ost-Tribüne bestand die Aufgabe darin, neue Tribünenbereiche sensibel in den Bestand zu integrieren. Teile der historischen Stadionfassade standen unter Denkmalschutz. Ziel war es, die neue Architektur mit dem bestehenden Baukörper zu einer gestalterischen Einheit zu verschmelzen und gleichzeitig die charakteristische Atmosphäre des Stadions zu bewahren.

Tivoli Aachen: Architektur mit Wiedererkennungswert
Hier zeigt sich exemplarisch, wie architektonische Qualität und Wirtschaftlichkeit zusammengeführt werden können. Das filigrane Stahlfachwerk des Stadiondachs wurde gemeinsam mit der Tragwerksplanung als identitätsstiftendes Gestaltungselement entwickelt. Das Ergebnis ist eine markante Architektursprache mit hoher Fernwirkung, außergewöhnlich in der Formensprache und dennoch wirtschaftlich realisierbar. Über die breite fachliche Expertise verfügen die interdisziplinär agierenden Leistungsbereiche der assmann gruppe. Architektur, Tragwerksplanung und Technische Gebäudeausrüstung arbeiten in eingespielten Teams mit kurzen Abstimmungswegen zusammen. Sie erarbeiten Lösungen, die gestalterisch überzeugen sowie technisch und wirtschaftlich belastbar sind.

BRITA Arena Wiesbaden: Hochkomplexes Multifunktionsgebäude
Der klassische Fußballtempel gehört wirtschaftlich der Vergangenheit an. Moderne Arenen müssen multifunktional nutzbar sein – für Konzerte, Business-Events, Hospitality-Konzepte oder Großveranstaltungen unterschiedlichster Art. Ein Beispiel ist die BRITA Arena in Wiesbaden, die als Multifunktionsarena höhere Anforderungen an Architektur und Planung stellt: Flexible Nutzungsszenarien, unterschiedliche Bühnenanordnungen, variable Fluchtwegkonzepte sowie akustische Anforderungen und Schallschutzgutachten mussten frühzeitig berücksichtigt werden. Genauso wie komplexe Regelwerke und Anforderungen nationaler und internationaler Verbände wie DFL, UEFA oder FIFA. Die Vorgaben reichen von Zuschauerkapazitäten über Sicherheitskonzepte bis hin zu den Presse- und Medienbereichen, Sicherheits- und Polizeizonen sowie Flächen für Rettungsdienste oder Gewahrsamseinrichtungen. Zudem spielen funktionierende Verkehrs- und ÖPNV-Konzepte, Parkierungs- und Zufahrtssysteme sowie sichere Zu- und Abfahrtswege eine zentrale Rolle.

Audi Sportpark: ausgestattet mit hochwertigen VIP-Lounges
Hochwertige VIP-Logen, Business- und Lounge-Bereiche sind für den wirtschaftlichen Betrieb moderner Stadien zunehmend entscheidend. Für den Audi Sportpark Ingolstadt entwickelten die assmann-Objektplaner nicht nur die Architektur, sondern auch anspruchsvoll gestaltete Business-Lounge-Flächen mit multifunktionaler Nutzung und hochwertigem Innenausbau in enger Kooperation mit einem spezialisierten Innenarchitekten.

FSV Frankfurt: Stadionarchitektur als neuer Maßstab
Ganz andere Anforderungen entstehen bei zentralen Neubauergänzungen. In Frankfurt beispielsweise wurde der teilweise Stadionneubau in Form der neuen Haupttribüne bewusst als neuer architektonischer Maßstab für zukünftige Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen gedacht. Solche Projekte stehen exemplarisch für die Rolle moderner Stadionarchitektur als städtebauliches Signal mit hoher Fernwirkung und Wiedererkennbarkeit.



Sicherheit und Regelwerke als integraler Planungsbestandteil
Stadionbau unterliegt heute strengsten regulatorischen Anforderungen. Die Versammlungsstättenverordnung definiert umfangreiche Vorgaben zu Fluchtwegen, Evakuierungsszenarien, Sicherheitsabständen und Zuschauerführung. Gleichzeitig unterscheiden sich die Anforderungen je nach Bundesland sowie nach nationalen und internationalen Wettbewerben erheblich. Moderne Stadionplanung erfordert daher nicht nur architektonisches Gespür, sondern vor allem tiefgreifendes technisches und regulatorisches Fachwissen. Das assmann-Team integriert diese Anforderungen frühzeitig und ganzheitlich in die Planung – von der ersten Konzeptphase bis zur Umsetzung auf der Baustelle.

Architektur braucht Wirtschaftlichkeit
So emotional Stadionprojekte auch sind: Sie unterliegen einem enormen wirtschaftlichen Druck. Tribünenüberdachung, Tragwerk und Flutlichtanlage gehören zu den prägnantesten Elementen eines Stadions. Architektur muss hier intelligent priorisieren und kreative Lösungen innerhalb enger Budgets entwickeln. Die Verbindung aus architektonischer Qualität, technischer Kompetenz und interdisziplinärer Planung ermöglicht es, anspruchsvolle Stadionprojekte termin- und kostensicher umzusetzen. Der Erfolg zahlreicher realisierter Projekte zeigt, dass außergewöhnliche Architektur und wirtschaftliche Realisierbarkeit kein Widerspruch sein müssen.



PROJEKTSTEUERUNG: Während die Architektur Atmosphäre, Funktion und Identität entwickelt, stellt die assmann-Projektsteuerung sicher, dass komplexe Stadionprojekte trotz enormen Zeit-, Kosten- und Erwartungsdrucks beherrschbar bleiben.

Bauen in emotionalem Umfeld
Denn Stadionbau ist öffentlich, politisch und emotional. Kaum ein anderes Bauprojekt wird derart intensiv beobachtet. Der Baufortschritt wird per Livestream übertragen, Fans besuchen die Baustellen, diskutieren über jede Veränderung und politische Gremien verfolgen intensiv Kosten- und Terminentwicklungen. Gefühlt hat beim Stadionbau jeder eine Meinung: als Fan, Vereinsmitglied, Politiker oder zukünftiger Nutzer. Projektsteuerung im Stadionbau bedeutet deshalb weit mehr als Termin- und Kostenkontrolle. Sie vereint Kommunikation, Koordination, Risikomanagement und verschiedenste Interessen in einem hochemotionalen Umfeld. Mit ihrer Erfahrung aus zahlreichen Großprojekten hat die assmann gruppe auch in der Projektsteuerung Maßstäbe gesetzt

Laufender Spielbetrieb, hohe Aufmerksamkeit
Eine der größten Herausforderungen im Stadionbau ist die Modernisierung im laufenden Spielbetrieb. Tribünen müssen Zug um Zug saniert oder neu errichtet werden, während Heimspiele weiterhin stattfinden und möglichst viele Zuschauerplätze erhalten bleiben sollen, um trotz Bauphase einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Baustellenlogistik, Sicherheitsanforderungen und Spielbetrieb greifen dabei unmittelbar ineinander und müssen permanent aufeinander abgestimmt werden.

Tiefes Verständnis erforderlich
Für die Projektsteuerung braucht es ein tiefes Verständnis der besonderen Struktur und Nutzung. Anders als klassische Gebäude sind Stadien nicht für den täglichen Betrieb konzipiert, sondern müssen komplexe Besucherströme, spezifische Sicherheitsanforderungen sowie unterschiedlichste Raum- und Wegekonzepte vereinen. Besonders die Organisation der Fanbewegungen spielt dabei eine zentrale Rolle: Heimfans sollen das Stadion gemeinschaftlich erleben – vom Fanmarsch bis zur geschlossenen Atmosphäre auf den Tribünen. Daraus ergeben sich komplexe Anforderungen an betriebliche Abläufe und die Technik im Hintergrund bis zur Live-Übertragung. Ebenso an Erschließung, Tribünenabtrennungen und Sicherheitskonzepte. Diese Vielschichtigkeit macht Projektsteuerung im Stadionbau besonders. 



Jedes Stadion erzählt seine eigene Geschichte. Bei der Arena Auf Schalke in Gelsenkirchen – heute VELTINS-Arena – übernahm die assmann gruppe Projektmanagement, FM-Consulting und die Entwicklung von Gebäudeinformationssystemen. Damit steuerte man zentrale Prozesse eines der technisch anspruchsvollsten Stadionbauten in Deutschland. Im Fokus standen Termin- und Kostensicherheit sowie die Qualität eines hochkomplexen Systems – mit ausfahrbarem Spielfeld, verschließbarem Dach und konsequent auf Multifunktionalität ausgelegter Nutzung. Parallel entstand ein integriertes Facility-Management-Konzept inklusive CAFM als Grundlage für einen stabilen Betrieb. Das Ergebnis war ein termingerecht realisiertes Projekt im Kostenrahmen, nachhaltig leistungsfähig im technischen wie operativen Betrieb.

Im ista-Borussia-Park in Mönchengladbach hat die assmann gruppe über mehrere Entwicklungsstufen hinweg zentrale Verantwortung übernommen – vom Stadionneubau bis zur Erweiterung um das Hotel- und Erlebnisgebäude „Borussia-8 Grad“. 

Bereits beim Stadion verantwortete sie die Projektsteuerung sowie FM-Consulting, Gebäudeinformationssysteme und die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination. Im Fokus standen eine gesicherte Bauqualität, transparente Kostenkontrolle und ein definitiver Fertigstellungstermin. Für den Übergang in die Betriebsphase unterstützte die assmann gruppe die Borussia mit dem Aufbau einer belastbaren Betriebsorganisation inklusive CAFM. 

Mit dem angeschlossenen Hotel- und Funktionskomplex führte die assmann gruppe diese Rolle konsequent fort und übernahm das Projektmanagement über alle Projektstufen. Die Erweiterung verzahnt Stadion, Vereinsfunktionen und Besuchererlebnis zu einem integrierten Standort und ordnet gleichzeitig die komplexen Besucher- und Betriebsströme neu. Fazit: Trotz laufender Bau- und Erweiterungsmaßnahmen blieb der Spielbetrieb in allen Phasen uneingeschränkt aufrechterhalten. Ein klarer Beleg für präzise Planung, koordinierte Abläufe und verlässliche Projektsteuerung.

Beim Lohrheidestadion in Bochum stand die Entwicklung einer modernen Sport- und Eventstätte mit Fokus auf Nachhaltigkeit im Fokus. Das Leichtathletikstadion blieb komplett im Kosten- und Zeitrahmen – trotz hoher Anforderungen an Nachhaltigkeitsthemen wie Fassadenbegrünung, Dachbegrünung, PV-Anlagen sowie Regenwasserabkopplung. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war dabei auch die Mitwirkung beim Fördermanagement, das die Umsetzung der ambitionierten Maßnahmen wirtschaftlich absicherte.

Mit nun knapp 17.000 überdachten Plätzen ist Lohrheide das einzige Leichtathletikstadion in Nordrhein-Westfalen für Großveranstaltungen, das den Anforderungen des Internationalen Hochschulsportverbandes (FISU) und des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gerecht wird. Auch zeigt sich hier exemplarisch, wie stark Projektsteuerung heute öffentliche Kommunikation umfasst. Zum Projektalltag gehörten regelmäßige persönliche Berichtspflichten in politischen Gremien, Pressekonferenzen zum Baustellenstand sowie Livestreams von der Baustelle.

Wie eng technische, funktionale und emotionale Anforderungen im Stadionbau ineinandergreifen, zeigt das Stadion Bremer Brücke in Osnabrück. Mitten im Stadtteil und nah an der Wohnbebauung entsteht hier ein modernes und zukunftsfähiges Stadion, das den Anforderungen der 2. Liga entspricht und gleichzeitig neuen Raum für multifunktionale Nutzung schafft. Die Bremer Brücke soll nicht nur Heimat des Fußballs bleiben, sondern zugleich Ort für Sport, Begegnung und Veranstaltungen. Aufgrund der nahen Wohnbebauung steht hier die behutsame Weiterentwicklung im Fokus. Zwei prägende Elemente, die den „Mythos Bremer Brücke“ seit jeher ausmachen, bleiben erhalten: die Flutlichtmasten und die markante Pylonenkonstruktion. Diese ist nicht nur Gestaltungselement, sondern zugleich statisch unverzichtbar, um die neue Dachkonstruktion auf dem begrenzten Raum mitten im Stadtteil realisieren zu können.

Das Vonovia Ruhrstadion in Bochum stellt aufgrund seiner innerstädtischen Lage besondere Anforderungen an Verkehrsführung, Bauabläufe und Emissionsschutz. Hier treffen Bestandssanierung, moderne Sicherheitsanforderungen und die hohe emotionale Bedeutung des Stadions für Fans und Stadt unmittelbar aufeinander. Dazu gehört die Modernisierung von Brandschutz, Fluchtwegen, Infrastruktur, Sanitärbereichen und Hospitality-Flächen.  

Das LVM-Preußenstadion in Münster verdeutlicht, wie vielfältig moderne Sportstättenentwicklung heute ist. Bis 2028 entsteht in Westfalen ein zukunftsweisendes Plus-Energie-Stadion - als multifunktionaler und gesellschaftlich integrierter Ort für unterschiedlichste Nutzergruppen. Es vereint hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit, Inklusion und Fanfreundlichkeit. Neben der neuen Stehplatz-Osttribüne für mehr als 8.700 Preußenfans umfasst das Konzept neue Hospitality-Bereiche, 190 Rollstuhlfahrerplätze sowie eine integrierte Kindertagesstätte.



Stakeholder Management mit Augenmaß
Kaum ein anderer Gebäudetyp vereint so viele Beteiligte, unterschiedliche Interessenlagen und emotionale Erwartungen wie der Stadionbau. Vereine, Fans, Kommunen, Betreiber, Sicherheitsbehörden, Anwohner, politische Gremien, Gutachter sowie der General- bzw. Totalunternehmer müssen im Rahmen der Projektsteuerung kontinuierlich koordiniert und in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Besonders im laufenden Spielbetrieb verändern sich Sicherheitsanforderungen regelmäßig – abhängig von Gegnern, Zuschaueraufkommen oder unterschiedlichen Fangruppen. Im Zwei-Wochen-Rhythmus müssen Sicherheitskonzepte zu Heimspielen gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsdiensten und Behörden unter Berücksichtigung des Baustellenfortschritts neu bewertet und bei Bedarf organisatorische und bauliche Anpassungen vorgenommen werden. Nur so bleiben Polizeiwachen, Gewahrsam, Flucht- und Rettungswege sowie Zu- und Abfahrtskonzepte jederzeit funktionsfähig. 

Auswirkungen transparent machen
Regelmäßige Baustellenbegehungen, Abnahmen und Qualitätskontrollen gehören hier also zur Routine, ebenso wie die laufende Bewertung kleiner, aber oftmals entscheidender Einzelentscheidungen im Bauablauf. Denn jede Änderung kann unmittelbare Auswirkungen auf Sicherheit, Betrieb, Termine und Kosten haben. Auch die Richtlinien der Versammlungsstättenverordnung nehmen Einfluss, denn Genehmigungsprozesse im Stadionbau sind deutlich umfangreicher als bei klassischen Hochbauprojekten. Bauordnungsämter und Sicherheitsbehörden werden daher bereits frühzeitig im Vergabeprozess eng eingebunden.

Verbindende Rolle zwischen Bauherrn und Totalunternehmer
Die Projektsteuerung übernimmt im Stadionbau gewissermaßen die Rolle einer Bauabteilung auf Zeit und begleitet den Bauherrn durch sämtliche Projektphasen. Ziel ist es, Entscheidungswege kurz zu halten, Transparenz zu schaffen sowie Risiken, Budgetgrenzen und Auswirkungen möglicher Änderungen auf Qualität, Kosten und Termine frühzeitig sichtbar zu machen. Eine zentrale Aufgabe ist dabei die Prüfung und Begleitung der funktionalen Leistungsbeschreibung, um Anforderungen, Qualitäten und Projektziele eindeutig zu definieren und kontinuierlich zu kontrollieren. Stets im Mittelpunkt: Der permanente Austausch mit dem Bauherrn sowie die enge Abstimmung mit dem Totalunternehmer als zentralem Projektpartner in der Umsetzung. Gemeinsam werden Leistungsinhalte überprüft, wirtschaftliche Optimierungen entwickelt und tragfähige Lösungen erarbeitet, um definierte Budget- und Qualitätsziele sicher einzuhalten.



Fazit: Stadionbau braucht Erfahrung und interdisziplinäre Expertise
Stadionbau ist ein kleiner, hoch spezialisierter Markt. Entscheidend sind Erfahrung, eingespielte Teams und ein tiefes Verständnis für komplexe Anforderungen. Die assmann gruppe bündelt diese Kompetenzen in interdisziplinären Strukturen und bundesweit vernetzten Teams. Seit Jahrzehnten realisiert sie Stadionprojekte von der Planung bis zum Projektmanagement und greift dabei auf umfangreiche Erfahrungswerte, belastbare Kennzahlen und zahlreiche Referenzen zurück.


Bildquellen: Jochen Helle, FC St. Pauli, H-Hotels.com, FSV Frankfurt, Lennard Wiedemuth, Stadt Münster/Architektur Concept, ppp architekten + generalplaner GmbH, VfL Bochum 1848, Stadt Bochum

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